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sputnic - visual artsFebruary 22nd, 2021

Talking to Strangers

Ein Chat-Raum für Menschen und Maschinen

Menschen, Maschinen, Trolle – in diesem Chatraum können Sie sie alle treffen.
Betreten Sie den digitalen Raum, verwandeln sich in einen analogen Avatar und treffen sie ein Gegenüber. Wer dahinter steckt, bleibt dabei ein Geheimnis. Aber vielleicht sind Sie ja auch selber ein Bot – wer weiß das heutzutage schon so genau?
Die Arbeit besteht aus einer physischen Installation mit analogen mechatronischen Avataren, automatisierten Chatbots und einer Webanwendung, die ortsunabhängig mit dem Smartphone genutzt werden kann.



Please prove you are a robot.

Künstliche Intelligenz hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte erzielt – KIs schreiben Texte, komponieren Musik oder sortieren Stellenbewerber. Letztendlich handelt sich dabei aber um bloße statistische Modelle auf Basis großer Datengrundlagen – die KIs haben keinerlei wirkliche kognitive Fähigkeiten und auch kein Bewußtsein.
Tatsächlich ist es eher so, so die These dieser Arbeit, dass unsere Interaktionen mit Algorithmen, Chatbots und Web-Oberflächen uns selber robotisch handeln lassen, indem wir uns an die Erwartungen und Spielregeln der Interfaces anpassen.  Die in der Pandemie zunehmende Digitalisierung und Virtualisierung beschleunigt diesen Effekt – längst sind wir zu Cyborgs geworden.

Aber ist das jetzt schlimm? Auf spielerische Art und Weise möchten wir Menschen und Maschinen zusammenbringen. Dabei treffen relativ unintelligente Chatbots auf Menschen an ihren digitalen Endgeräten – wobei offen ist, ob das jeweilige Gegenüber ein Bot ist, ein Mensch – oder ein Mensch, der versucht, sich wie ein Bot zu verhalten.
Die Bots werden im Verlaufe der Ausstellung trainiert und erhalten so nach und nach neue Fähigkeiten.
Als Vermittlungsebene kommen animierte Avatare zum Einsatz. Diese Bildebene wird über Overheadprojektoren mit mechatronisch animierten Elementen erzeugt und per Webcam übertragen. Analoge Technik kann Prozesse wieder sicht- und erfahrbar machen, die heutzutage längst hinter den Oberflächen digitaler Netzwerke verschwunden sind. So wird im installativen Teil der Arbeit aus dem komplexen Zusammenhang wieder eine vordergründig einfache einfache Angelegenheit, in der sich der fortlaufende absurde Dialog zwischen Menschen und Maschinen verfolgen lässt.


Eine Arbeit von sputnic (Malte Jehmlich)
Web-Development: Lukas Besch


Die Arbeit erscheint im  Ausstellungsformat »designkrefeld – sichtbar«,
eine Kooperation vom Kulturbüro der Stadt Krefeld mit dem Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein.
Die Eröffnung war im Rahmen des A-Gangs 2020 geplant, der leider abgesagt werden musste.

Das Projekt wurde gefördert im Programm NEUSTART des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW.